„Man soll sich nicht mit anderen vergleichen“
Diese Aussage ist mir in letzter Zeit häufiger begegnet. Sogar noch mit dem Zusatz, um unglücklich werden zu wollen, müsse
man sich nur mit anderen vergleichen.
Mir ist das zu pauschal. Ich glaube, dass wir uns sowieso immer wieder vergleichen, mal mehr, mal weniger bewusst. Vergleichen sollte natürlich nicht den eigenen Selbstwert untergraben. Deshalb halte ich einen ganz bewussten Umgang damit sinnvoll.
Das Problem sehe ich nicht im Vergleichen, sondern, wie wir unsere Ergebnisse bewerten. Ich denke, wir können beim Vergleichen auch lernen. Was macht die / der Andere anders als ich, damit etwas gelingt? Was müsste ich tun, um ein ähnliches Ziel zu erreichen? Was kann ich, was der / die Andere nicht kann?
Zudem, wenn sich jede:r selber die eigenen Fähigkeiten, Schwächen und Erfolge wohlwollend anerkennt, fällt es leichter dies bei anderen auch zu machen. Wenn jemand etwas besser kann, größer oder reicher ist, dann ist es gut, es ohne Missgunst zuzugestehen. Damit verliert das Vergleichen auch den Stachel der eigenen Herabwürdigung.
Als ich vor Jahren mit einer wirklich bedrohlichen Erkrankung konfrontiert war, habe ich
mich auch verglichen, nämlich mit jenen, bei denen ein plötzlicher Tod einen Menschen aus dem Leben gerissen hat. In so einer Situation gibt es keine Hoffnung mehr, damit müssen sich alle
abfinden. Bei mir gab es Hoffnung! Es stand Heilungsmöglichkeit in Aussicht.
Für mich war damals das Vergleichen sogar heilsam.
Siehe auch Quarks, darum vergleichen wir uns